Autogenes Brennschneiden ist ein thermischer Schneidprozess, der mit Brenngas-Sauerstoff-Flamme und Schneidsauerstoff ausgeführt wird. Die von der Heizflamme abgegebene und die bei der Verbrennung entstehende Wärme ermöglichen eine fortlaufende Verbrennung durch den Schneidsauerstoff. Die entstehenden Oxide, vermischt mit wenig Metallschmelze werden durch die kinetische Energie des Schneidsauerstoffstrahls ausgetrieben. Dadurch entsteht die Schnittfuge.

Autogenes Brennschneiden ist möglich, wenn insgesamt folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Entzündungstemperatur des zu schneidenden Werkstoffes muss niedriger als seine Schmelztemperatur sein.
  • Die Schmelztemperatur der entstehenden Verbrennungsprodukte, der Metalloxide, muss niedriger als die Schmelztemperatur des zu schneidenden Werkstoffes sein.
  • Der Verfahrensablauf muss soviel Wärme liefern, dass die in der Schneidrichtung liegenden Werkstoffbereiche mindestens auf Entzündungstemperatur erwärmt werden.
  • Die Wärmezufuhr durch die Heizflamme und die Verbrennung des Werkstoffes in der Schnittfuge muss größer sein als die Wärmeabfuhr durch Wärmeableitung in den Werkstoff und die Umgebung.
  • Die Schneidschlacke muss so dünnflüssig sein, dass sie vom Schneidsauerstoffstrahl aus der Schnittfuge ausgetrieben werden kann.

Die oben genannten Voraussetzungen sind bei reinem Eisen, bei unlegierten und mehreren legierten Stählen sowie bei Titan und einigen Titanlegierungen erfüllt. Der Schneidvorgang wird durch Legierungs- und Begleitelemente, Mangan ausgenommen, erschwert, und zwar zunehmend mit steigenden Anteilen, z. B. an Chrom, Kohlenstoff, Molybdän und Silicium. Deshalb lassen sich unter anderem hochlegierte Chrom-Nickel- oder Silicium- Stähle und Gusseisen ohne besondere Maßnahmen nicht brennschneiden. Derartige Werkstoffe können mit anderen Prozessen thermisch geschnitten werden, z. B. durch Metallpulver-Brennschneiden, Plasmaschneiden.

Autogenes Brennschneiden

 

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